12. August 2019: Die Mär von der angeblich „klimaschonenden“ Atomenergie

 

Die Strahlung von Tschernobyl steckt noch in unseren Pilzen und im Wildfleisch. Nur scheint das niemanden mehr aufzuregen. Auch an diesem Wochenende werden sich die Gespräche in den Freibädern und Gastgärten um Hitze, Rekordsommer, Trockenheit, kurz: um den Klimawandel drehen. Dass es um die Atomkraft so still geworden ist, freut deren Lobbyisten, die in der Debatte um dreckige Braunkohlewerke die Mär von der angeblich klimaschonenden Atomenergie verbreiten.

 

Russland feiert dieser Tage sein schwimmendes Atomkraftwerk Akademik Lomonossow, auch “nukleare Titanic“ genannt. Temelin-Betreiber kündigen an, ihr Pannenkraftwerk bis 2060 weiterlaufen zu lassen. (1)

 

Das sind nur zwei von vielen aktuellen Meldungen. Eigentlich wären die Unfallgefahren, die immensen Kosten der Atomenergie, die Frage, was uns berechtigt, künftigen Generationen hochgefährlichen Strahlungsmüll zu hinterlassen, Grund genug, sich aufzuregen. Allerdings gilt eben auch hier: Aus den Augen, aus dem Sinn. Fukushima liegt schon wieder acht Jahre zurück. Und am Wochenende wird es wieder heiß. (1)

 

Jene Staaten, die im Besitz von Atomwaffen sind, sind bei der militärischen Forschung nicht nur eine Gefahr für sich selbst, sondern auch für die ganze Welt. In Russland ist zum Beispiel am achten August auf dem militärischen Raketentestgelände am Weißen Meer ein Kleinreaktor explodiert. Die russischen Behörden verheimlichen, was genau passiert ist. Auf jeden Fall handelte es sich um einen wichtigen Test der russischen militärischen Atomforschung, an dessen Vorbereitung ein ganzes Jahr gearbeitet worden war und der nun fehlschlug. Vier Elite-Atomtechniker wurden bei dem Unfall getötet. Die radioaktive Strahlung stieg dort auf das Doppelte. (2)

 

Quellen: 

  1. Nach einem Text von Thomas Hödlmoser in den Salzburger Nachrichten vom 10. August 2019

  2. Bericht im Ö1-Radio-Mittagsjournal vom 12. August 2019