Energie effizientest nutzen - Emissionen minimieren - dieselben Dienstleistungen mit nur halbem Energieeinsatz

 

1. ENORMES EFFIZIENZ- UND SPARPOTENZIAL:

 

Erneuerbare Energien sind ein knappes Gut.

 

Wie bereits erwähnt wurde, kann man davon ausgehen, dass bis 2050 trotz größter Anstrengungen mit einheimischen erneuerbaren Energiequellen nicht viel mehr als ca. 650 PJ/a aufgebracht werden können, also nur etwa die Hälfte des heutigen Jahres-Gesamtenergieverbrauches Österreichs von ca. 1420 PJ/a (2012). In den anderen europäischen Industrieländern verhält es sich ähnlich.

Deshalb müssen die Energieverluste und die Energieverschwendung entsprechend gesenkt werden. Dies ist durch Ausschöpfung aller Sparpotentiale - ohne Verlust an Lebensqualität - möglich.

 

Die Reduktion des Gesamtenergieverbrauches muss sich vor allem in einem radikalen Rückzug von den fossilen Energieträgern (und von Atomstrom) bemerkbar machen.

Der Umstieg auf erneuerbare Energien vollzieht sich in Form eines vierfachen Veränderungsprozesses:

·      Stetiger Rückgang des Gesamtenergieverbrauches durch Steigerung der Energieeffizienz und durch Verhaltensänderungen: Verbrauch bei gleich bleibender Energie-Dienstleistung von derzeit (2012) 1420 PJ/a auf ca. 650 PJ/a senken.

·       Starker Verbrauchsrückgang bei fossilen Brenn- und Treibstoffen (und importiertem Atomstrom) bis zur vollständigen Verdrängung.

·       Voraussetzung dafür ist die Stabilisierung der Gesamt-Nachfrage nach Dienstleistungen bei Energie und beim 'hausgemachten' motorisierten Verkehr.

·       Erhöhung des erneuerbaren Energieanteiles von 420 PJ/a auf ca. 650 PJ/a.

Beispiel für ein großes Effizienzpotenzial: Kühlschrank mit 200 Litern Inhalt

 

Gleiche Energie-Dienstleistung
 
Ungleicher Energieverbrauch

Dünnwandiger Kühlschrank mit alter Kühltechnik
 
1 kWh/Tag

Dickwandiger Kühlschrank mit neuester Kühltechnik

0,5 kWh/Tag

 

 

 

Das Energieeffizienz- und Energiesparpotenzial ist – Gott sei Dank – enorm groß.

 

 

 

 

2. GESAMTSTAATLICHE ENERGIE- UND VERKEHRSOPTIMIERUNG - ENTSPRECHEND EINEM ÖKOLOGISCH-NACHHALTIGEN ENERGIE- UND VERKEHRSPROGRAMM

 

2.1 MOTIVATION ALS AUFGABE DER POLITIK

 

Der breite Umstieg auf erneuerbare Energien geht von Staaten aus, deren Führung die Notwendigkeit zu einem solchen Schritt erkennt und diese Umstellung zu einer nationalen Aufgabe macht. Österreich soll ein solcher Pionierstaat sein.

Es ist die Aufgabe der Politik, diesen Umstieg mehrheitsfähig zu machen. Denn Klima- und Umweltschutz ist Aufgabe aller und muss daher von allen Bürgerinnen und Bürgern und von der gesamten Wirtschaft - je nach Leistungsfähigkeit - mitgetragen werden.

Damit die Bürgerinnen und Bürger und die Betriebe die Sparpotentiale erkennen und nutzen können, müssen ihnen Hilfen angeboten werden (Energie- und Mobilitätsberatung in allen Gemeinden und Betrieben). So gelingt es ihnen, ohne Komfortverlust bzw. ohne ökonomische Einbußen den Energieverbrauch zu senken und zugleich die durch die Ökologisierung des Abgabensystems verursachte schrittweise Energieverteuerung auszugleichen („kompensierbare Energieverteuerung“)

Bei großen Anstrengungen wäre dieses Ziel bis 2020 erreichbar gewesen.

 

 

 

2.2 OPTIMALE ABSTIMMUNG ZWISCHEN ENERGIEERNTE, ENERGIESPEICHERUNG, ENERGIEVERSORGUNG UND ENERGIEEINSATZ ALS AUFGABE DER POLITIK (GANZHEITLICHES ENERGIE- UND VERKEHRSKONZEPT)


Um bei den erneuerbare Energien höchstmöglichen Ertrag und Nutzen erzielen zu können, muss nicht nur privat bzw. betrieblich, sondern vor allem auch gesamtstaatlich ein optimales Zusammenspiel zwischen Energieernte, Energiespeicherung, Energieversorgung und Energieeinsatz angestrebt werden.


Der Umstieg auf erneuerbare Energien gleicht einem Hausbau. Dabei gibt es Investitionen, die weniger kostenintensiv sind und solche, die viel Geld kosten. So hat man es bei der Errichtung des „Erneuerbare-Energien-Hauses“ auch mit teuren Komponenten zu tun, die man aber nicht einfach weglassen kann. Die derzeitige Politik orientiert sich leider nicht an einem ganzheitlichen Konzept, sondern eher an den Kosten einzelner Techniken. Das Billigere wird favorisiert, das Teurere eingebremst. Wie soll so ein optimal genutztes und abgestimmtes Ganzes zwischen Energieernte, Energiespeicherung, Energieversorgung und Energieeinsatz entstehen?

 

Die Politik muss dafür sorgen, dass – ökologisch und sozial verträglich – alle Potenziale bei den erneuerbaren Energien und bei der Energieeffizienz weitestgehend ausgeschöpft werden. Das heißt, dass auch teurere Energie-Techniken zum Zug kommen müssen, wie z. B. dezentrale Kleinspeicheranlagen oder eine Offensive bei der Photovoltaik. Gerade bei der Photovoltaik ist das Potenzial sehr groß. Das derzeitige Ökostromgesetz entspricht dieser Tatsache leider nicht.

 

Zur Ganzheitlichkeit gehört auch, dass die Politik für den Rückgang des Energieverbrauches sorgt. Für die Reduktion des Verbrauches fossiler Energien müssen Ziele festgesetzt werden und deren Erreichung jährlich überprüft werden.

 

Ebenso gehört zur Ganzheitlichkeit, dass der Stromsektor nicht bloß für sich allein, losgelöst, als Konkurrent zu den übrigen Energieträgern gesehen wird, sondern immer im Gesamt-Energie-Kontext. Dasselbe gilt für den Verkehr.

 

Für die Manager der großen Energieversorger (OMV und die großen EVUs, wie Verbund, Landes-Stromversorger und kommunale E-Werke) stehen derzeit die Interessen der Aktionäre und die Erhaltung der Machtpositionen im Vordergrund. Große Kraftwerke bedeuten für die EVUs Macht und sind daher vorrangiges Ziel der EVU-Manager. Eine wachsende Zahl von dezentralen Kleinanlagen ist für sie nicht interessant, denn sie bedeuten Machteinbuße.

 

Es wäre besser, wenn die Gehälter der Manager davon abhängig gemacht würden, wie weit ihre Aktivitäten dem ganzheitlichen Energie- und Verkehrskonzept, also der Reduktion fossiler Energien, der Umstellung auf erneuerbare Energien und der Energie- und Verkehrseffizienz entsprechen. Dass von den EVUs auch die Errichtung von mehreren Gaskraftwerken geplant ist, ja sogar mit einem neuen Kohle-Kraftwerk geliebäugelt wird, grenzt an einen Skandal.

 

Die Umstellung auf erneuerbare Energien und auf Energie- und Verkehrseffizienz ist eine komplexe, kostspielige Aufgabe, schafft aber ebenso Arbeit, Wertschöpfung und Wachstum in einem wichtigen Bereich. Aufgeschlossenheit, Eigenverantwortlichkeit und Bereitschaft der Bürger bzw. Betriebe ist dabei enorm wichtig. Ebenso wichtig ist aber auch, dass alle politischen Parteien geschlossen und mit aller Kraft die Totalumstellung anstreben und den nötigen regulierenden Einfluss des Staates bejahen, um bei Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit ein zügiges Voranschreiten bei der Umstellung auf erneuerbare Energie zu gewährleisten und Halbheiten zu vermeiden. Daher ist ein ganzheitliches, ökologisches Energie- und Verkehrsprogramm wichtig, in dem gesamtstaatliche, langfristige Energie- und Verkehrsziele definiert werden, an denen sich die Energie- und Verkehrsinvestitionen orientieren sollen. Jede kurz- und mittelfristige Maßnahme soll nach Möglichkeit im Sinne dieses langfristigen Zieles erfolgen, um verlorenen Aufwand zu vermeiden.

 

 

2.3 DER ENERGIEMIX ÄNDERT SICH IM ZUGE DES UMSTIEGS AUF ERNEUERBARE ENERGIEQUELLEN UND MIT DER REDUKTION DES ENERGIEVERBRAUCHES: 

VIEL WENIGER BRENNBARE ENERGIESTOFFE
MEHR STROM

Das Spektrum der Aufbringung bei den erneuerbaren Energien unterscheidet sich deutlich von der heutigen Aufbringungsstruktur. Wir sind gewohnt, dass uns eine Unmenge an brennbaren Energieträgern zur Verfügung steht. Kohle, Erdöl und Erdgas konnten viele Jahrzehnte lang in praktisch unbegrenzter Menge verbraucht werden. Das prägte unsere Strukturen, Gewohnheiten und Denkweisen. Mit dem Umstieg auf erneuerbare Energiequellen muss man sich bei den brennbaren Energiestoffen mit land- und forstwirtschaftlicher Biomasse begnügen. Das erfordert ein gewaltiges Umdenken und ein Heruntersteigen, das sicher nicht leicht fallen wird.

 

·    1228 PJ an brennbaren Energieträgern verbraucht Österreich heute (2012).

-    960 PJ fossile Brennstoffe (506 PJ Erdöl, 312 PJ Erdgas, 142 PJ Kohle sind Basis für die fossilen Brenn- und Treibstoffe)

-    238 PJ erneuerbare Brennstoffe (hauptsächlich Holz) und 30 PJ brennbare Abfälle

-    362 PJ  verschlingt der Verkehr in Österreich (Tanktourismus eingeschlossen), und zwar fast zur Gänze in Form fossiler Treibstoffe.

 

·     Bei ca. 275 PJ liegt Österreichs Potenzial bei den erneuerbaren Primärbrennstoffen, also bei Biomasse und Biogas (unter Berücksichtigung sozialer und ökologischer Grenzen).

 

Diese Tatsache ist besonders für den Verkehrssektor von enormer Bedeutung und erfordert dort bezüglich Kfz-Antrieb ein grundlegendes Umdenken.

Damit die gesamte Energieversorgung umgestellt werden kann und ausgewogene Strukturen und optimale Energieflüsse entstehen können, ist auf der Basis des oben genannten ökologischen Energie- und Verkehrsprogramm eine gesamtstaatliche Energie-Optimierung erforderlich, also der organisierende Einfluss des Staates, der sich sowohl auf Energieernte und Energiespeicherung als auch auf die Energiebereitstellung erstrecken muss.

 

Eine Energieversorgung, die allein mit erneuerbaren Energiequellen auskommen will, wird auf drei Säulen ruhen:

  • Erneuerbare Primärbrennstoffe (Bioenergie)
  • Solarer Primärstrom
  • Solare Wärme/Umgebungswärme/ Umgebungskälte/Geothermie

 

 

Vorstellbare Aufbringungsstruktur bei erneuerbaren Primärenergien bis 2050

 

 

2012 *)

2050 (vorstellbar) **)

 

Erneuerbare Brennstoffe

(Biomasse, Biogas ...)

238 PJ

 

275 PJ

Solarer Primärstrom

(Groß- und Kleinwasserkraft,

Photovoltaik, Windkraft,

solarthermische Kraftwerke)

168 PJ

 

275 PJ

 

Solare Primärwärme,

Umgebungswärme, Umgebungskälte

(Sonnenkollektoren, Solararchitektur,

durch Wärmepumpen nutzbar

gemachte Umgebungswärme,

Umgebungskälte

für Kühlung/Raumklimatisierung)

und Geothermie (nur geringer

Beitrag möglich)

 

  14 PJ

 

 

 

 

100 PJ

 

 

 

Summe

420 PJ

650 PJ

 

*) Quellen (Gerundete Werte bzw. Mittelwerte):

a) www.wirtschaftsministerium.at – Energie & Bergbau

b) http://www.bmwfj.gv.at/ENERGIEUNDBERGBAU/ENERGIEVERSORGUNG/Seiten/default.aspx

c) Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie – www.bmvit.gv.at – „Innovative Energietechnologien in Österreich. Marktentwicklung 2012“

 
**) Berechnungen und Annahmen des Vereins Klimaschutz-Initiative www.ks-i.org

 

 

Dabei haben Investitionen im Inland und heimische Aufbringung absoluten Vorrang.

 

 

 

3. ENERGIETECHNISCHE OPTIMIERUNG DER HÄUSER UND HAUSHALTE 

  • Intensive Beratung
  • Wärmedämmung, Wärmerückgewinnung
  • Solardach, Wärmespeicher
  • Besondere Beachtung baubiologischer Gesichtspunkte
  • Richtiges Lüften, am besten automatische kontrollierte Raumbelüftung samt Wärmerückgewinnung
  • Vermeidung von Wärmebrücken, Vermeidung bzw. Behebung von Feuchtigkeitsproblemen
  • Nutzung der direkten Sonnenstrahlung als Zusatzheizung ermöglichen (Solararchitektur)
  • Schutz vor direkter Sonneinstrahlung an heißen Tagen im Sommer. Ein wärmetechnisch optimiertes Haus braucht im Sommer wenig Aufwand für Klimatisierung
  • Klimaanlage mit Sonnenenergie betreiben
  • Nutzung der Winterkälte für Kühlzwecke
  • Energiestandards für Haushaltsgeräte entsprechend dem technischen Fortschritt alle 5 Jahre neu festlegen
  • Verbot der elektrischen Widerstandsheizung (mit Ausnahme- und Übergangsregelungen), denn man kann mit Hilfe elektrischer Energie auf viel effektivere Art Wärme gewinnen.

 

 

4. MÖGLICHST WENIG ENERGIE-UMWANDLUNGSSCHRITTE UND KURZE WEGE BEI DEN ENERGIETRANSPORTEN!

 

Bei jeder Energieumwandlung geht Energie verloren. Ebenso bei Energietransporten. Biomasse soll auf geringem Verarbeitungsniveau, das heißt ohne große energetische Vorleistungen eingesetzt werden können.

 

Das große Plus der Biomasse liegt darin, dass die darin enthaltene Bioenergie von Natur aus in gespeicherter Form vorliegt. Energieverluste durch Umwandlung in Speicherformen fallen daher nicht an. Biomasse ist natürlicher, kostengünstiger Sonnenenergiespeicher und vor allem für die Wintersaison prädestiniert.

 

Es gibt sieben Energieformen: mechanische Energie (Bewegungsenergie und Lageenergie), Wärmeenergie, elektrische Energie, magnetische Energie, chemische Energie (gespeicherte Energie in den Brennstoffen und Batterien), Strahlungsenergie (elektromagnetische Wellen) und Kernenergie (Atomenergie).

Wir nützen Energie, indem wir sie von einer Form in eine andere umwandeln. Streng genommen kann man Energie nicht erzeugen und auch nicht verbrauchen, sondern nur vorhandene Energie umwandeln. Bei jeder Umwandlung wird ein Teil in Wärme umgewandelt, auch wenn das Umwandlungsziel nicht Wärme ist. Daher soll man mit möglichst wenigen Umwandlungen auskommen.

Am Ende jeglicher Energieumwandlung steht in der Regel Wärmenergie, die schließlich ins All abgestrahlt wird.

 

 

 

 

5. IN DER SOMMERSAISON KEINE VERSTROMUNG VON BIOMASSE/BIOGAS.

DIE SOMMERSAISON MUSS WEITESTGEHEND DER SONNE ÜBERLASSEN WERDEN. 

 

 

Generell muss das Ziel verfolgt werden, dass in der warmen Jahreshälfte immer mehr die Sonne die Energieversorgung bei Heizung, Warmwasser und Raumklimatisierung trägt. Fälschlicherweise glauben viele, in Österreich sei die Sonneneinstrahlung zu gering, um ein wirtschaftliches Betreiben einer Solaranlage zu garantieren. Auf 1 m2 strahlen – wie bereits erwähnt – durchschnittlich 1.100 kWh pro Jahr.

 

Der Großteil der Sonnenenergie-Ernte entfällt natürlich auf die Sommersaison. In den Monaten Mai, Juni, Juli und August ist bei uns der Tag lang – länger als in der Sahara – und daher die Chance groß, mit Sonnenkollektoren (Solarthermie) viel Wasser aufzuwärmen und diese Wärmeenergie für Warmwasserbereitung, Heizung und sogar für Klimatisierung und Kühlung (Absorptionsverfahren) zu verwenden.

 

Bei der Stromerzeugung durch Sonnenzellen beginnt das Ernte-Optimum bald im Frühling und reicht bis in den Herbst hinein (in den Sonnenzellen ist der Stromwiderstand bei niedrigeren Außentemperaturen geringer und daher die Leistung auch in den Übergangszeiten relativ hoch). Es muss Selbstverständlichkeit werden, dass elektrische Klimaanlagen mit Solarstrom betrieben werden.

 

Fortschritte bei der Photovoltaik:


Es gibt glaubhafte Anzeichen, dass sich bei der Photovoltaik der 14 %ige Wirkungsgrad (ca. 100 kWh/m2/Jahr) im Zuge des technischen Fortschritts deutlich verbessern wird.

 

Sonnenkollektoren, eine ausgereifte Technik:


Derzeit gelten für die Warmwasserbereitung folgende Richtwerte: 1,5 bis 2 m2 Kollektorfläche pro Person, Solarboiler mit 150 Liter pro Person. Auf Basis dieser Ausstattung ist von 1 m2 Sonnenkollektorfläche eine Warmwasserernte von 300 - 400 kWh pro Jahr möglich.

 

Solarstrom zur Warmwasserbereitung:


Es besteht auch die Möglichkeit, mit Luft-Wasser-Wärmepumpen, die mit Strom von Sonnenzellen betrieben werden, Warmwasser zu bereiten. In der Sommersaison ist die Luft, der die Wärme entzogen wird, relativ warm und daher die Wärmepumpen-Wirkung schon bei niedrigem Stromverbrauch ausreichend hoch (hohe Leistungszahl). Diese Lösung empfiehlt sich dann, wenn man ohnehin im Besitz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist, also einer Wärmepumpe, mit der der Außenluft Wärme entzogen werden kann.

 

Prozesswärme und Prozesskälte aus Sonnenenergie:


Auch Betriebe sollen, so weit es möglich ist, in der sonnenreichen Jahreshälfte die für die Produktion gebrauchte Wärme bzw. Kälte von der Sonnenenergie gewinnen, entweder durch ein erhitztes Medium oder durch solar erzeugten Strom.

 


6. DURCH SPEICHERANLAGEN DEN AUSGLEICH ZWISCHEN NATÜRLICHEM ANGEBOT BEI DEN ERNEUERBAREN ENERGIEQUELLEN UND ENERGIENACHFRAGE ERMÖGLICHEN   

 

 

Das natürliche Angebot bei der Wasserführung der Flüsse, bei der Sonnenstrahlung und beim Wind schwankt, und zwar sowohl kurzzeitig (Tag-Nacht, Tage, Wochen) als auch jahreszeitlich bedingt. Deshalb muss eine Energieversorgung auf erneuerbarer Basis der Energiespeicherung vermehrte Aufmerksamkeit schenken, um sowohl im Kleinen als auch gesamtstaatlich einen Ausgleich zwischen natürlichem Angebot an erneuerbarer Energie und Energienachfrage zu ermöglichen. Alle ökologisch vertretbaren Speichertechniken müssen genützt werden. Eine weitgehende Entkoppelung von Energieernte und Energienutzung soll dazu führen, dass die Erntekapazitäten bei Solarenergie, Wind- und Wasserkraft voll genutzt werden können – also viel mehr geerntet werden kann, als momentan gebraucht wird – und der Überschuss der Speicherung zugeführt werden kann.

Zum Teil ergänzen einander Sonnenstrom und Windstrom durch das jahreszeitlich unterschiedliche Angebot. 

 

Von Bedeutung ist auch die Kurzzeitspeicherung zur Erzeugung von Ausgleichsstrom:

Speicheranlagen müssen nämlich auch der Überbrückung sonnenarmer Tage und

Niederwasser-Phasen in der Sommersaison dienen. Ebenso müssen sie windstarke und

windschwache Tage/Wochen ausgleichen. Ausreichend großer Speicherkapazitäten

ermöglichen das Entkoppeln von Stromproduktion und Stromverbrauch, sodass in den

Laufkraftwerken die Kraft der Fließgewässer durchgehend voll genutzt werden kann.

 

Hochwasser-Rückhaltebecken in den Bächen und Oberläufen kleiner Flüsse dienen als

zusätzlicher Ausgleich bei der Stromproduktion der Flusskraftwerke.

 

Abzulehnen ist Ausgleichsstrom aus Fossil- und Atomkraftwerken!

Um derartige unökologische Zwitterlösungen zu verhindern, muss die Zunahme bei der

Speicherkapazität dem Wachstum bei der Stromgewinnung aus Wasser-, Wind- und

Solarkraft entsprechen.

 

  

Wärmespeicherung:

 

Aus Kostengründen werden heute die von Sonnenkollektoren gespeisten Warmwasserspeicher zu klein dimensioniert. Da kann es passieren, dass das Sonnenenergieangebot mehrerer heißer Sommertage nur im minimalen Ausmaß geerntet werden kann, weil die Speicher nur mehr wenig Wärme aufnehmen können. Größere Wärmespeicher ermöglichen es hingegen, in sommerlichen Sonnenperioden die Leistungsfähigkeit der Sonnenkollektoren in hohem Maße zu nutzen und so viel Wärme zu speichern, dass die solare Warmwasserversorgung auch dann gewährleistet ist, wenn längere Zeit trübes Wetter herrscht.

Die Wärme von Sonnenkollektoren kann auch für Waschmaschinen und Spüler genutzt werden. Ja sogar ein Beitrag zur Raumheizung kann geleistet werden. Ab bestimmten Speichergrößen stößt man allerdings bei den Kosten an Grenzen. Große Hoffnungen werden in Latentspeicher gesetzt. Da sie Wärme für längere Zeit verlustfrei speichern können, ermöglichen sie die solare Heizung. Auch bei den Sonnenkollektoren wird es weitere Fortschritte beim Wirkungsgrad geben.

 

Speicherung von Solarstrom:

 

Ebenso wichtig ist auch die Speicherung von solar erzeugtem Strom (Photovoltaik). Dezentrale Energiespeicher sollen es ermöglichen, dass im Sommer möglichst viel Solarstrom geerntet werden kann, und zwar weit mehr, als gerade gebraucht wird (Entkoppelung von Stromerzeugung und Stromverbrauch), damit möglichst viel Überschuss erzielt werden kann, der übers Netz in "dezentrale Zentren" geleitet und dort der Speicherung zugeführt werden kann. So ist es möglich, in der sonnenarmen Jahreshälfte mit der gespeicherten Energie Ausgleichsstrom zu erzeugen – zusätzlich zum Strom aus Heizkraftwerken und Windenergieanlagen.

  

Speicherung von Windstrom:

 

Auch das stark schwankende Windangebot bedarf der Ergänzung durch Speicheranlagen. Die Energiespeicher müssen den Energieüberschuss aufnehmen, um daraus in windschwachen oder windstillen Phasen Ausgleichsstrom erzeugen zu können. 

 

Als Speicher für Strom bieten sich an:

 

·      Pumpspeicherung: Hier handelt es sich um eine ausgereifte Technik. Man braucht dazu zwei künstlich angelegte Seen, einen "unteren" und einen "oberen". Mit Überschussstrom wird Wasser in den hochgelegenen Speichersee gepumpt (wie in Kaprun). Bei Stromknappheit fließt das Wasser wieder in den unteren See und betreibt dabei Turbinen und Generatoren. Aus ökologischen Gründen soll auf die Umwandlung ganzer Gebirgstäler in Speicherseen eher verzichtet werden. Außerdem ist es für eine Gebirgsgemeinde schwer verständlich, dazu „verurteilt“ zu werden, für eine Unzahl von Gemeinden die Energiespeicherung übernehmen zu müssen und dafür ihr Tal zu opfern. Kleinere Speicher in größerer Zahl in der Nähe der Solarstromproduzenten und der Stromkonsumenten sind leichter durchzusetzen. Zahlreiche Hügelgebiete eignen sich in Österreich dafür. 

·      Speicherung in Akkumulatoren („Akkus“, „Batterien“), z.B. in Akku-Anlagen (E-Tankstellen) und in E-Autos.

·      Schwungrad- und Pressluftspeicherung und Aufladen von Kondensatoren.

·      Wasserstoffspeicherung: Wasser wird mit solarem Gleichstrom in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt (Elektrolyse). Die Speicherung von Wasserstoff ist aber mit enormen Problemen verbunden. Durch intensive Forschung müssen Problemlösungen gefunden werden.

 

 

 

7. KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG (HEIZKRAFTWERKE, BLOCKHEIZKRAFTWERKE) IST DIE EFFEKTIVSTE UMSETZUNGSART FÜR BIOMASSE UND BIOGAS

 

Die Heizanlagen in den einzelnen Häusern (Hausbrand) sind weder bezüglich Wirkungsgrad noch in Bezug auf Emissionen ausreichend optimier- und überwachbar. Daher ist es besser, die Biomasse statt in 3,3 Mio Hausbrand-Anlagen in „dezentralen Energie-Zentren“, d. h. in Heizkraftwerken/Blockheizkraftwerken (Kraft-Wärme-Kopplung) zu verfeuern.

Man erhält aus der Kraft-Wärme-Kopplung einerseits Heizwärme bzw. Prozesswärme und andererseits elektrische Energie, die edelste Energieform (Strom kann in fast alle anderen Energieformen umgewandelt werden und ist daher universell einsetzbar).

 

Heizkraftwerke erzeugen also nicht wie herkömmliche Wärmekraftwerke nur Strom unter Entsorgung der anfallenden Wärme (bis 70 % „Abwärme“), sondern verwerten auch die Wärme, indem sie mit Hilfe eines Fernwärmenetzes die angeschlossenen Häuser mit Heizwärme versorgen. Auch bei Blockheizkraftwerken (kleine Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen) macht die Technik große Fortschritte. 

 

Das derzeitige Ökostromgesetz gewährt leider nur Förderungen, wenn Biomasse und Biogas auch im Sommer verstromt werden. Dies ist ein entsetzlicher Unsinn, denn der Stromanteil liegt ja auf Grund physikalischer Gegebenheiten nur bei 30 - 40 %, der Rest ist Wärme, die im Sommer entsorgt werden muss (Kühlung) oder für einen erfundenen Bedarf verwendet wird.

 

Die Kraft-Wärme-Kopplung ist auch auf fossiler Basis schon ein bedeutender Fortschritt bei der Energieeffizienz.

 

Umso mehr gilt dies für Biomasse/Biogas. Die Entwicklung muss dahin gehen, aus jedem Kilogramm Holz (4 kWh) die bestmögliche Energieausbeute zu gewinnen: ca. 1,2 kWh elektrische Energie und ca. 2,5 kWh Wärme.


Erstrebenswerte Ziele einer gesamtstaatlichen Energieoptimierung in Bezug auf Biomasse/Biogas:

  • In jedem Gemeindehauptort / in jedem geschlossenen Dorf / in jeder Stadt ein Heizkraftwerk (in Großstädten können es auch mehrere sein) zur Erzeugung von Heizwärme und Strom aus Biomasse/Biogas.
  • Die Heizkraftwerke dürfen natürlich nur in der Wintersaison in Betrieb sein (Warmwassererzeugung in der Sommersaison durch Solarenergie).
  • Der Wärmetransport ist mit hohem Aufwand verbunden. Daher soll das Heizkraftwerk dort stehen, wo die Wärme gebraucht wird und nicht irgendwo abseits auf der grünen Wiese.
  • Um die Biogaserzeugung auf die kalte Jahreshälfte beschränken zu können, muss die für die Vergasung vorgesehene Biomasse (einschließlich die biogenen Reststoffe, wie Gülle, Mist usw.) entsprechend lang gespeichert werden.
  • Heizkraftwerke ersparen dem einzelnen Konsumenten den Betrieb einer eigenen Heizanlage (Hausbrand) und somit die Erfüllung komplizierter Emissionsvorschriften. Dennoch soll jedes Haus auch mit einer autarken Biomasse-Heizanlage ausgestattet sein, um sich bei einem Störfall im Energiezentrum selbst mit Wärme versorgen zu können.

Biomasse-Heizwerke, also Werke, in denen Biomasse nur zum Zwecke der Wärmeversorgung verfeuert wird, können als Übergangslösung bezeichnet werden, denn sie sind keine effektive Dauerlösung. Sie können als Vorstufe für Heizkraftwerke fungieren.

 

 

8. KRAFT-WÄRME-WÄRMEPUMPEN-VERBÜNDE

 

Mit Strom aus Biomasse- und Biogas-Heizkraftwerken kann außerhalb der Fernwärmenetze mit Hilfe von Wärmepumpen Umweltwärme nutzbar gemacht werden.

o        Nah- bzw. Fernwärme für den geschlossenen Siedlungsraum. 

o        Strom für den Betrieb von Wärmepumpen in abgelegenen Häusern und Weilern rund um den geschlossenen Sielungsraum. Wärme wird der Luft, dem Boden oder dem Wasser entzogen oder aus der Tiefe geholt (Tiefenbohrung). Strenge Umweltauflagen sind dafür erforderlich, besonders in Bezug auf die beiden letztgenannten Energiequellen.

 

 

 

9. VERBOT DER ELEKTRISCHEN WIDERSTANDSHEIZUNG (MIT AUSNAHME- UND ÜBERGANGSREGELUNGEN)

 

Strom soll man grundsätzlich nur dort direkt in Wärme umwandeln, so es keine andere Möglichkeit gibt, z. B. beim E-Herd. Für das Beheizen von Räumen und zur Bereitung von Warmwasser soll Strom – wenn überhaupt – eher dazu dienen, mit einer Wärmepumpe Umgebungswärme nutzbar zu machen. So kann man schon mit einem Drittel des Stromeinsatzes denselben Effekt erzielen.

 

 

10. BIOMASSE UND BIOGAS FÜR HOCHTEMPERATURPROZESSE

 

Biomasse und Biogas werden in Zukunft immer mehr auch wichtige Ausgangsstoffe für Hochtemperaturprozesse in Gewerbe und Industrie sein – als Ersatz für fossile Energieträger.

Die Wärme aus Hochtemperaturprozessen soll durch hocheffiziente Transformationstechniken kaskadisch weiter genutzt werden.

  • Betrieb eines Wärmekraftwerkes - Erzeugung von elektrischer Energie
  • Aufladen von Wärmespeichern in der Sommersaison für die Wintersaison
  • Einspeisung ins Fernwärmenetz in der Wintersaison

 

 

11. VORRANG FÜR INLÄNDISCHE ENERGIEAUFBRINGUNG 

 

Das Prinzip der Unabhängigkeit gebietet es, dass auch bei erneuerbarer Energie vor allem auf inländische Aufbringung geachtet wird. Problematisch wäre es, zu sehr darauf zu bauen, erneuerbare Energie aus politisch instabilen Regionen zu beziehen - z.B. von riesigen Sonnenfarmen in der Sahara. Inländische Aufbringung und Investitionen in inländische Energieanlagen müssen wegen der Arbeitsplätze, der Wertschöpfung und der Unabhängigkeit von Importen Vorrang haben vor Aktivitäten im Ausland. Also: Windräder in Österreich statt Windparks an bzw. in der Nordsee! Sonnenenergieanlagen in Österreich statt Sonnenfarmen in südlichen Ländern!

 

 

12. DEN ENERGIEVERBRAUCH IM VERKEHR HALBIEREN

 

 

Siehe Kapitel „Den Verkehr kultivieren"