30. Jänner 2020: Die „Solidarwerkstatt“ hat einen Alternativvor-schlag zum 1-2-3-Jahresticket (Gewessler-System) entwickelt:

- Nulltarif österreichweit

- auf allen Öffis

- für alle

 

Details zum Vorschlag der „Solidarwerkstatt“:

 

Städte, die bereits den Nulltarif auf öffentlichen Verkehrsmitteln eingeführt haben, können beeindruckende Erfolge verweisen. So z. B. hat sich die Zahl der Öffi-Benutzer in der belgischen Stadt Hasselt nach Einführung des Nulltarifs innerhalb weniger Jahre verdreizehnfacht.

 

Solidarische Finanzierung

 

Trotzdem haben erst wenige Städte einen solchen Nulltarif eingeführt, weil es für einzelne Städte zumeist schwierig ist, alleine eine Öffi-Freifahrt zu finanzieren. Die „Solidarwerkstatt“ schlägt daher vor, den Nulltarif auf allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Österreich über eine Mobilitätsabgabe zu finanzieren, die auf alle Komponenten der Wertschöpfung eingehoben wird (Löhne, Gehälter, Gewinne, Zinsen, Pachten, Abschreibungen). Eine ca. 1%ige Wertschöpfungsabgabe würde dafür reichen. Für einen Durchschnittsverdiener bzw. eine Durchschnittsverdienerin, der/die 2.000 Euro monatlich verdient, hieße das, dass er/sie für 20 Euro im Monat alle öffentlichen Verkehrsmitteln in Österreich gratis benutzen kann.

 

Sozial gerecht

 

Ein auf diese Weise finanzierter Nulltarif ist auch eine spürbare soziale Umverteilung von oben nach unten, da sich die Mobilitätsabgabe am Einkommen orientiert und auch die Unternehmen entsprechend ihrer Wertschöpfung dazu beitragen. Haushalte mit niedrigerem Einkommen verursachen deutlich weniger Umweltschäden durch ihre Mobilität, sind aber stärker von Abgasen und Lärm des Verkehrs betroffen. Zugleich sind untere Einkommensgruppen viel stärker auf attraktive öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, um nicht in die Falle der „Mobilitätsarmut“ zu geraten. Nach Schätzung des Verkehrsklub Österreich (VCÖ) sind in Österreich rund eine Million Menschen „mobilitätsarm“. Sie können sich kein Auto leisten und haben auch keinen entsprechenden Zugang zum öffentlichen Verkehr.

 

Umfassende Mobilitätswende

 

Viele Menschen sind heute noch auf das Auto angewiesen, weil umweltfreundliche Formen der Mobilität noch unzulänglich ausgebaut sind. Die Einführung des Nulltarifs auf öffentlichen Verkehrmitteln muss daher begleitet werden von einer umfassenden Mobilitätswende. Dazu gehören u. a. massiven Investitionen in die Förderung von Bahn, Bus, Bim, Radfahren und Fußgehen. Hier gilt es in eine lebenswerte Zukunft zu investieren, statt weitere Milliarden in den Bau von Autobahnen und Flugpisten zu stecken.

 

  

Der motorisierte Verkehr ist in Österreich der Hauptverursacher von Treibhausgasen

 

Die „Solidarwerkstatt“ (www.solidarwerkstatt.at) weist darauf hin, dass es enorm wichtig ist, die Menschen für den öffentlichen Verkehr (vor allem für die Bahn) zu gewinnen

 

- Denn der Ausstoß von Treibhausgasen hat im Verkehr seit Anfang der 90er Jahre um 70 % zugenommen. Sie stammen vor allem aus dem Autoverkehr und zunehmend auch vom Flugverkehr.

 

- Denn der Schienenverkehr verursacht wesentlich weniger Treibhausgase. 

 

50 Mal besser als nationaler Flugverkehr.

 

15 Mal besser als Diesel- bzw. Benzin-Auto.

 

6,5 Mal besser als E-Auto.

 

- Denn Schienenverkehr verursacht weniger Feinstaub (ohne Berücksichtigung von Reifenabrieb und Aufwirbelung).

 

Benzin- bzw. Diesel-Autos stoßen mehr als sieben Mal so viel aus.

 

E-Autos stoßen mehr als vier Mal so viel aus.

 

- Denn auf Schienen und mit dem Bus können pro Fahrstreifen elf Mal so viele Menschen transportiert werden wie mit dem Auto.

 

- Denn das Auto verbraucht im Ruhezustand das mehr als fünf-Fache der Fläche.

 

- Denn das Auto verbraucht im Bewegungszustand (50 km/h) sogar das sechzehn-Fache der Stadtbahn.

 

 

Einerseits ist es wichtig, dass öffentlicher Verkehr überhaupt zur Verfügung steht, und zwar in ausreichender Dichte und Attraktivität, auch im ländlichen Raum.

 

Andererseits müssen aber auch die Zugangsbarrieren beseitigt werden, vor allem beim Tarif – durch Einführung des Nulltarifs.