29. April 2013: Wir brauchen eine moderne Mühlkreisbahn für die Zukunft

(gegen die Umspurung auf Schmalspur)

 

 

Die Veranstaltung am 29. April im Pfarrheim Rohrbach richtete sich gegen das Vorhaben des Landes Oberösterreich, die Mühlkreisbahn von der Normaspur (ca. 1,5 m) auf Schmalspur (ca. 0,9 m) umzuspuren. Organisiert wurden die Veranstaltungen vom "Netzwerk von Christen zur Unterstützung der Global Marshall Plan Initiative" unter der Leitung von Sr. Gisela Radinger von den Benediktinerinnen.

  

Das „Netzwerk von Christen zur Unterstützung der Global Marshall Plan Initiative“ hat es sich zur Aufgabe gemacht für eine rasche Modernisierung der Mühlkreisbahn in Normalspur und auf der gesamten Länge einzutreten. Auf Basis des „Bewahrens der Schöpfung“ als eines der Kernanliegen christlichen Glaubens geschieht dies aus Verantwortung den kommenden Generationen und der Umwelt gegenüber.

 

Rund 70 Menschen, unter ihnen der Abt des Stiftes Schlägl, regionale Abgeordnete und Bürgermeister haben am 29. April 2013 bei einer Informationsveranstaltung im Pfarrsaal von Rohrbach i. M. ihr klares Bekenntnis zur Mühlkreisbahn abgegeben.

In ihren Referaten haben drei Fachexperten die Bedeutung der Mühlkreisbahn für die gesamte Region aus unterschiedlichen Perspektiven erläutert.

 

Referenten:

Heinrich Höbarth: Die Bedeutung der Bahn aus der Sicht des Klimaschutzes

DI Robert Struger: 125 Jahre Mühlkreisbahn - Aufbruch oder Ende?

Prof. Dr. Thomas Schempf: Ilztalbahn - Mühlkreisbahn

 

Trendumkehr beim Verkehr ist ein Gebot der Stunde

Heinrich Höbarth, Klimaschutz-Initiative, verwies darauf, dass der Verkehr jener Bereich ist, wo die Trendumkehr in Richtung Klimaschutz am dringendsten erforderlich ist. Dem öffentlichen Verkehr, hier speziell der Mühlkreisbahn, kommt dabei eine wichtige Aufgabe zu. Für eine Verkehrsverlagerung von der Straße zur Schiene eignet sich die Normalspur aus Kapazitäts- und Komfortgründen wesentlich besser.

 

Vernetztes Denken ist erforderlich 

„Öffentlicher Verkehr benötigt vernetztes Denken“ bringt es der Verkehrsexperte DI Robert Struger auf den Punkt und fordert die Politik auf, rasch eine sinnvolle Modernisierung der bestehenden Bahnlinie einzuleiten. Es ist notwendig Visionen für den ÖV zu entwickeln, von denen Berufsverkehr, Wirtschaft und Tourismus profitieren.

 

Ilztalbahn (Bayern) als Vorbild

Der Geschäftsführer der Ilztalbahn, Prof. Dr. Thomas Schempf, hat eindrucksvoll dargestellt, wie mit Hilfe der Bevölkerung die Politik überzeugt werden konnte eine schon aufgegebene Bahnlinie neu zu beleben und innerhalb kürzester Zeit zum Erfolg zu führen. Dies ist umso bedeutender, als die Ilztalbahn von den Anlagenverhältnissen und der Bedeutung für die Region und den Tourismus durchaus mit der Mühlkreisbahn vergleichbar ist. Insbesondere die Verknüpfung der Bahnlinien im Dreiländereck Mühlviertel – Bayrischer Wald – Böhmerwald durch ergänzende Busverkehre wird der im Entstehen begriffenen Europaregion Donau-Moldau wesentliche wirtschaftliche und touristische Impulse bringen.

 

Die Menschen wollen eine leistungsfähige Bahn

Die zahlreichen Wortmeldungen bestätigten die Initiatoren der Veranstaltung. Auf einen gemeinsamen Nenner gebracht wird unisono der Ausbau der Mühlkreisbahn auf Basis einer leistungsfähigen normalspurigen Bahn mit Wiederaufnahme des Güterverkehrs gefordert. An der Politik wird insofern Kritik geübt, dass den Menschen ein Projekt aufgezwungen wird. Dieses Projekt beinhaltet keinerlei Innovationen und Zukunftsaussichten und lässt den touristischen Aspekt vollkommen außer Acht.

„ Wir werden uns weiterhin für den wirtschaftlich und regionalpolitisch wichtigen Ausbau der bestehenden Mühlkreisbahn einsetzen. Das wollen die Menschen im Oberen Mühlviertel und das deckt sich auch mit den Zielen des Netzwerkes von Christen“, sagt Sr. Gisela Radinger, die Netzwerk-Sprecherin.