28. Jänner 2020: Das 1-2-3-Jahresticket

 

Am 7. Jänner wurde die türkis-grüne Bundesregierung angelobt. Sie hatte günstige Tickets für den öffentlichen Verkehr versprochen. Für das entsprechende wichtige Ministerium, nämlich für Umwelt und Verkehr, ist nun Leonore Gewessler zuständig. Ihr größtes Anliegen ist die Einführung des 1-2-3-Jahrestickets.

- Für ein Bundesland 365 Euro pro Jahr (einen Euro pro Tag)

- Für zwei benachbarte Bundesländer das Doppelte

- Für ganz Österreich gibt es die Öffi-Netzkarte für 1095 Euro pro Jahr (drei Euro pro Tag)

 

Auf Radio Ö1 wird am 28. Jänner 2020 über Erfahrungen in den Bundesländern mit Jahreskarten berichtet:

 

In Salzburg trat mit Jahresbeginn eine umfassende Tarifreform in Kraft.

Für 595 Euro gibt es die myRegio-Jahreskarte. Auch angrenzende Gebiete sind inkludiert. 30 Verkehrsunternehmen werden im Verkehrsverbund koordiniert. 14.000 Käufer gibt es bereits. Diese Zahl wurde früher erst in einem ganzen Jahr erreicht. Damals kostete das Jahresticket mehr als 1.500 Euro.

 

In Vorarlberg gibt es die 365-Euro-Jahreskarte seit 2014 und gilt auch in angrenzenden Regionen. Sie kostet heute inflationsbedingt 385 Euro. Dazu musste ein einheitliches Tarifsystem eingeführt werden. 37 verschiedene Unternehmen arbeiten zusammen, auch die ÖBB. 2014 wurden 14.000 Jahreskarten verkauft, 2019 waren es bereits 75.000.

 

In Tirol gibt es um knapp 500 Euro die Jahreskarte seit 2017. 39 Unternehmen (Bahn, Bus, Taxi) arbeiten zusammen. 2017 wurden 85.000 Jahreskarten verkauft, Ende 2019 über 100.000.

 

In Wien hat man mit Jahreskarten die längste Erfahrung. 2012 wurde die 365-Euro-Jahreskarte eingeführt. Sie gilt auch auf den Strecken der ÖBB. 500.000 Karten wurden im ersten Jahr verkauft, 2018 über 820.000 Stück.

 

Gewessler hat zur Vorbereitung ihres 1-2-3-Jahrestickets eine Projektgruppe beauftragt.

 

Man bedenke: Ein günstiges Ticket bringt nur jenen Bürgerinnen und Bürgern etwas, denen auch öffentlicher Verkehr zur Verfügung steht. Im ländlichen Raum ist das häufig nicht der Fall. Daher herrscht dort Nachholbedarf, der befriedigt werden muss.

 

Die Bahn hat auf dem Land als Rückgrat zu fungieren und die Busse müssen in der Regel Zubringerdienste erfüllen. Der Stundentakt muss als Fahrplan-Mindestdichte betrachtet werden. In besonders dünn besiedelten Gebieten können außerhalb der Hauptverkehrszeiten die Zubringerbusse durch Anrufsysteme ersetzt werden.