18. Jänner 2020: Teurer Klimaschutz?

 

Beherrschendes Thema der Woche war der Green Deal der EU-Kommission. 1000 Milliarden Euro seien nötig, um den Ausstoß der Treibhausgase binnen zehn Jahren um 40 Prozent zu senken, hieß es. Um die sozialen Folgen für die rund 240.000 Menschen abzufedern, die noch im Kohlesektor arbeiten, will die Kommission unter anderem 7,5 Milliarden Euro frisches Geld von ihren Mitgliedsstaaten anfordern.

 

- 1000 Milliarden Euro!

- Und 7,5 Milliarden jetzt sofort!

- Und 240.000 Jobs wackeln!

 

Das wird immens teuer, so will es scheinen.

 

Wirklich?

 

Ein Blick in die Berichte des schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI zeigt: Die Staaten Europas gaben 2016 mehr als 280 Milliarden Euro für Rüstung aus. Das sind über zehn Jahre gesehen 2800 Milliarden Euro.

 

Eine umfassende Recherche von internationalen NGOs stellte 2019 fest, dass die 33 weltweit führenden Banken fast 2000 Milliarden Euro zur Finanzierung von Kohle-, Öl- und Gasunternehmen bereitgestellt haben – seit 2015, dem Jahr, in dem das Pariser Klimaschutzabkommen unterzeichnet worden ist.

 

7,5 Milliarden Euro stellt demnach allein die Deutsche Bank zwischen 2016 und 2018 für das Öl- und Gasgeschäft bereit.

 

Und in der EU gibt es laut dem deutschen Onlineportal Statista.com rund 224 Milliarden Erwerbstätige.

 

Am Geld kann es also nicht liegen. Wohl eher an den Prioritäten.

 

 

 

Quelle: KLIMABLOG-Artikel von Martin Stricker in den „Salzburger Nachrichten“ vom 18. Jänner 2020